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Montag, 15. Juni 2015

Neues nutzen, Altes stärken

Das Neue wird im Sommer fertig, beim Alten ist die Entscheidung für den Start 2017 gefallen. Klar ist: Deutsches Fußballmuseum und Baukunstarchiv werden die City prägen. Der Cityring hat sich natürlich schon frühzeitig konstruktiv mit beiden Projekten beschäftigt.

Manuel Neukirchner

"Wir sehen vor allem positive Imageeffekte", Manuel Neukirchner, zukünftiger Direktor des Deutschen Fußballmuseums 

Ein exklusives Schmuckstück soll im Sommer den Königswall krönen – und zugleich die ganze Innenstadt bereichern. Doch entfaltet das Deutsche Fußballmuseum im Dortmunder Zentrum die erhoffte Strahlkraft? Für Dirk Rutenhofer, den Vorsitzenden des Cityrings, steht das außer Frage. Obwohl selbst kein ausgewiesener Fußballfan, spricht er voller Bewunderung von einem "Juwel für unsere Stadt". "Damit verbunden ist aber auch eine große Aufgabe der City-Händler", so Rutenhofer. "Wir wollen Partner sein für die Gäste des Museums und sie in Dortmund willkommen heißen." Konkret bedeutet das: "Wir möchten den Besuchern mögliche Verweilzeiten verschönern und sie einladen, nicht nur im direkten Museumsbereich zu bleiben, sondern auch weiter in die Innenstadt vorzudringen." Einen Anreiz bieten dabei Faltpläne, die der Cityring in Abstimmung mit seinen Mitgliedern und dem Deutschen Fußballmuseum erstellt. "Diese Pläne dienen als übersichtliche Leitfäden, die den Besuchern unsere attraktiven Shopping-Möglichkeiten näherbringen", erklärt Rutenhofer.

Wie viele Neugierige es sein werden, die das Fußballmuseum nach Dortmund lockt, darüber gibt es einige Spekulationen. Aber natürlich tun die Verantwortlichen alles, damit aus dem Juwel ein möglichst starker Publikumsmagnet wird. Schließlich ist es das einzige offizielle Museum, das die Geschichte und Gegenwart des deutschen Fußballs präsentiert. Zwei Ausstellungsebenen im ersten und zweiten Obergeschoss des futuristischen Baus sollen die Besucher mit emotionalen Inszenierungen in ihren Bann ziehen.

Ähnlich wie Dirk Rutenhofer vom Cityring geht auch Manuel Neukirchner, zukünftiger Direktor des Deutschen Fußballmuseums, von einer enormen Bedeutung des neuen Glanzstücks für den Standort Dortmund aus: "Wir sehen vor allem positive Imageeffekte – unabhängig von Wertschöpfungsketten, die sich durch das Deutsche Fußballmuseum als publikumsträchtiger und populärer Kulturbetrieb ergeben, von denen besonders das Gastgewerbe, der Einzelhandel und der Dienstleistungssektor profitieren." Zu den Imageeffekten gehört laut Neukirchner, dass die Stadt und die Region als Tourismus- und Tagungsorte noch attraktiver werden. Außerdem steigere die überregionale Berichterstattung den Werbewert der Stadt. "Hinzu kommt, dass das Ruhrgebiet als Kulturort abseits von Kohle und Stahl weiter aufgewertet wird" – daher sei mit Impulsen für neue Investitionen in Kultur- und Unterhaltungseinrichtungen zu rechnen.

Auf der Internationalen Tourismus-Börse (ITB) in Berlin, an der sich im März auch ein Team des Deutschen Fußballmuseums beteiligte, stieß das Vorhaben auf positive Resonanz: "Sowohl die nationalen als auch die internationalen Fachbesucher sind uns mit großem Interesse begegnet", berichtet Dunja Achy, Managerin für den Bereich Marketing und Tourismus. "Die Freude und Neugier auf das Deutsche Fußballmuseum waren deutlich zu spüren. Wir konnten viele neue Kontakte knüpfen und touristische Kooperationen schließen." Im Interview für das CityFenster verrät sie Details, wie sich das Fußballmuseum etablieren soll.

Ein weiterer geplanter Dortmunder Dauermagnet entsteht nur rund einen Kilometer entfernt auf der anderen Seite des Innenstadt- Rings. Wieder ist es ein Museum, in diesem Fall hat es aber bereits eine Tradition und wird mit neuem Leben gefüllt: 2017 soll im "Alten Museum am Ostwall" das "Baukunstarchiv NRW" einziehen, um dort die Dokumente der umfangreichen Baugeschichte zu sichern.

Entstehen werde "ein lebendiges und offenes Haus der Baukultur", schwärmt der frühere Stadtdirektor Klaus Fehlemann, Gründungsbeauftragter des Fördervereins für das Baukunstarchiv NRW. "Der zentrale Lichthof mit seinen umgebenden Galerien wird ein öffentlicher Veranstaltungsort für Vorträge, Ausstellungen und Aktionen. Berufsverbände werden dieses Haus beleben, ein Gründerzentrum für junge Architektur- und Ingenieurbüros wird die Baukultur in die Zukunft tragen." Das komplette CityFenster-Interview mit Klaus Fehlemann finden Sie hier .

Frühzeitig hatte sich der Cityring dafür eingesetzt, das Museum zu erhalten. Ursprünglich war es als Verwaltungsbau im Jahr 1875 entstanden. Der Umbau zum Kunst- und Gewerbemuseum folgte 1911, dabei wurden noch vorhandene Gebäudeteile und Baumaterialien genutzt. In den 1950er-Jahren erhielt der Bau sein heutiges äußeres Aussehen. Der Lichthof, dessen gläserne Decke noch aus dem Ursprungsbau stammt, gilt als das einzige Kulturgebäude in Dortmunds Innenstadt aus der Kaiserzeit. "Das Alte Museum am Ostwall zeugt von unserer Vergangenheit", sagt Cityring-Vorsitzender Dirk Rutenhofer. "Mit der neuen Nutzung als Baukunstarchiv NRW erhalten wir eine lebendige Kulturinstitution für alle Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt. Zudem wird es eine weitere sinnvolle Brücke von der TU Dortmund ins Zentrum der Stadt."

Derzeit arbeitet der Förderverein um Klaus Fehlemann an einem Sachspendenkatalog, der Möglichkeiten aufzeigen soll, wie Bürger und Wirtschaft das Museum unterstützen können. "Unser größter Wunsch ist es, dass viele dem Förderverein beitreten und das hierfür nötige Informationsmaterial an vielen Stellen in der City öffentlich ausgelegt wird", so Fehlemann. Angesichts des großen Engagements der Beteiligten scheint auch dieses Museum beste Voraussetzungen für die Zukunft zu haben.

 

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